Burg Scharfenstein im Eichsfeld
 

Chronik der Burg Scharfenstein

1209 wird die Burg Scharfenstein erstmalig urkundlich erwähnt. Reste von Grabanlagen lassen aber vermuten, dass zur Zeit der Völkerwanderung die erste Burganlage als Fluchtburg existierte.
1294 kauft der Erzbischof von Mainz die Burg und das Amt Scharfenstein vom verarmten Grafen Heinrich von Gleichenstein.
1431 brennt die Burg Scharfenstein nach Blitzschlag bis auf die Grundmauern nieder und wird nur in den Ausmaßen der heutigen Burg wieder errichtet.
1525 erstürmt der Führer des Bauernheeres, Heinrich Pfeiffer, die Burg und brennt sie nieder. Noch 1521 fand er nach seiner Flucht aus dem Kloster Reifenstein bis 1523 auf der Burg Aufnahme.
1532 wird die Burg vom Pfandinhaber Friedrich von Wintzingerode wieder aufgebaut.

Über dem Torbogen im inneren Burghof der Kernburg findet man die Buchstaben und das Wappen von Friedrich von Wintzingerode und seiner Gemahlin Anna von Saldern eingemeißelt.
1587 wird der Erzstift zu Mainz alleiniger Inhaber der Burg und bringt zum Zeichen der Inbesitznahme das „Mainzer Rad“ am äußeren Burgtor an. Als Amtssitz kurmainzischer Amtsvögte wird die Burg Scharfenstein Gerichtsbezirk und Staatsgefängnis.
1802 übernehmen die Preußen das Eichsfeld und der Scharfenstein wird eine königliche Domäne.
1806 Zeit der französischen Besetzung bis 1813. In dieser Zeit gehört die Burg zum Königreich Westphalen.
1814 übernehmen die Preußen wieder die Herrschaft und die Burg wird zum Vorwerk der Domäne Reifenstein.
1864 werden der baufällig Bergfried und die große Scheune abgetragen.
1869 zieht die Revierförsterei ein. Bis 1956 haben die Revierförster hier ihren Sitz.
1883 findet zu Ehren der Pädagogen Heinrich und Lorenz Kellner die erste Scharfenstein-Lehrerkonferenz statt.
1905 bemüht sich Freiherr Wilhelm Clothar v. Wintzingerode beim preußischen Fiskus um die Rückgewinnung der Burg. 1918 lehnen die preußischen Behörden das Kaufgesuch endgültig ab. Währenddessen wird die Burg erneut von einer Brandkatastrophe heimgesucht. Im September 1909 liegen mehrere Wirtschaftsgebäude nach Blitzeinschlägen in Schutt und Asche.
1945 wird die Burg Scharfenstein Volkseigentum und Staatlicher Forstwirtschaftsbetrieb.
1960 übernimmt der VEB Kleinmetallwarenwerk Heiligenstadt (später MEWA und Kombinat SOLIDOR) die Rechtsträgerschaft. Die Burganlage wird Kinderferienlager, Schulungszentrum und Naherholungsgebiet. In dieser Zeit erfolgen Umbauarbeiten an den ehemaligen Stallungen der Vorburg. Ab 1987 erfolgen keine weiteren Arbeiten mehr an der Burganlage.
1966 stürzt die Südostseite der Kernburg ein. Bis heute ist diese Lücke noch nicht ganz geschlossen; im Rahmen der Rekonstruktion der Kernburg ist dies aber vorgesehen.
1990 soll die Burg privatisiert werden, denn die SOLIDOR AG ist nicht mehr Betreiber der Burg. Bis zum Verkauf an einen neuen Besitzer verwaltet die Treuhandanstalt die Burganlage. Für die Besucher bleiben die Tore des beliebten Ausflugsziels lange Zeit geschlossen. Einbrecher nutzten diese Zeit für Vandalismus und Diebstahl von historischen Details.
1997 findet sich endlich ein neuer Eigentümer, der seinen Plan, hier eine Hotelanlage und eine gastronomische Eirichtung zu betreiben, im Jahr 2001 wieder aufgibt.
2002 erwirbt die Stadt Leinefelde die Burg und beginnt vorerst mit den notwendigen Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen. Ab 2006 beginnen umfangreiche Sanierungen an der Vorburg und 2008 an der Kernburg.
2011 sind in der Vorburg ein großer und ein kleiner Festsaal, eine Kapelle und ein Raum für Veranstaltungen und Ausstellungen fertig gestellt. Die Kernburg ist außen rekonstruiert und der Burghof gepflastert. Eine neue gastronomische Einrichtung, die Burg-Terrasse, ist nun Ziel von Wanderern, Ausflüglern, aber auch Wintersportlern. Am 24. September treffen sich zahlreiche Christen zum „Tag der Begegnung“ auf der Burg, um hier über Leinwände den Besuch des Papstes Benedikt XVI. in Deutschland zu begleiten und seinen Besuch im Eichsfeld, nur einen Tag zuvor, noch einmal zu erleben. Seit September d. J. werden nun regelmäßig und mindestens einmal monatlich Veranstaltungen angeboten.
2012 Die Innenrekonstruktion der Kernburg dauert an.
   

Kontaktdaten

Post- und Lieferadresse:

Burg Scharfenstein
OT Beuren
Scharfenstein 1

37327 Leinefelde-Worbis

Telefon: 03605-200 200
Fax: 03605-200 201
info@burgscharfenstein-eichsfeld.de


Rechnungsadresse:

Sport und Freizeit Leinefelde-Worbis GmbH
Bahnhofstraße 43

37327 Leinefelde-Worbis