Burg Scharfenstein im Eichsfeld
 

Bauarbeiten im Schloss

Seit August 2014 wird im Schloss (Kernburg) gebaut. An dieser Stelle informieren wir Sie über Baufortschritte und über Funde, die uns überraschten und erfreuen. Klicken Sie immer wieder mal rein, denn der nachstehende Beitrag wird ständig aktualisiert. Auch mit Fotos. Übrigens, so sah der Süd-West-Flügel nach seinem Einsturz im Jahr 1968 aus. Genau an dieser Stelle wird derzeit gearbeitet.





- Die Baulücke ist geschlossen

Auf dem aktuellen Luftbild kann der Betrachter gut erkennen, dass die Lücke - ein Wirtschaftsgebäude stürzte an dieser Stelle in den 1960-Jahren ein -, endlich geschlossen ist. Von außen mag der Erschließungsbau schon fertig aussehen, ist er aber nicht. Besucher, die am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2016, die Burg Scharfenstein besuchten, hatten das Glück, das Bauwerk bis auf die Plattform in 19,70 m Höhe betreten zu können. Ca. 1000 Besucher nutzten diese Möglichkeit. Doch nun ist die Baustelle aus Sicherheitsgründen wieder für die Besucher geschlossen, denn im Innenbereich, vom Treppenhaus bis zum Fahrstuhl, gibt es noch eine Menge zu tun.





Luftaufnahme von der Burg mit Lückenschluss, fotografiert im September 2016 von Martin Boehlke vom Team der Agentur B1.


- Richtfest am 6. Januar 2016 gefeiert

Der Erschließungsbau (so heißt er offiziell), der aber letztendlich ein fast 20 Meter hoher Turm mit Aussichtsplattform ist, hat seine endgültige Höhe erreicht. Schön sieht er noch nicht aus. Es ist eben ein Rohbau. Aber wenn Richtfeste angesetzt werden, sieht das, was befeiert wird, nie schick aus.
Bürgermeister Gerd Reinhardt lud also am Tag der Heiligen Drei Könige ein. Lesen Sie hier, wie die Thüringer Allgemeine und die  Eichsfelder Nachrichten darüber berichten. Schöne Fotos gibt es außerdem zu sehen.
Auf dem hier veröffentlichten Foto oberhalb dieser Zeilen sehen Sie den Erschließungsbau aus der Perspektive des Binnenhofs innerhalb der Schlosses (Kernburg); davor der Stumpf des 2. Bergfrieds, der Anfang Mai 2015 freigelegt wurde.


- 2. Burgfried gefunden.

Wegen der nötigen Isolierung der hofseitigen südlichen Außenwand des Gewölbekellers mussten Erdarbeiten durchgeführt werden, die im Mai 2015 begannen. Nach dem Abtragen der oberen Schutt- und Schotterschichten wurde der Stumpf eines zweiten runden Bergfrieds sichtbar. Dessen Mauerstärke beträgt 2,40 m, der Innenraum hat einen Durchmesser von 3 m; nach seiner Fertigstellung muss der Turm mit einem Gesamtdurchmesser von 7,80 m eine Höhe von über 20 m gehabt haben. Dieser Bergfried kann nur nach der Schleifung des um 1200 erbauten Buckelquaderbergfrieds nach 1219 erbaut worden sein. Sein Mauerwerk ist aus Hausteinen errichtet, also mit geringerem zeitlichem und materiellem Aufwand als der erste Turm. Die Außen– und Innenschalen der Mauern sind ca. 30 – 35 cm dick, zwischen ihnen befindet sich Füllmauerwerk aus opus spicatum oder auch Fischgrätenmauerwerk, das nur bis in die Zeit um 1250 hergestellt worden ist.

Der Bergfried war sicher durch den Brand von 1525 beeinträchtigt und wurde entweder 1532 oder spätestens mit dem Bau des neuen Nordflügels im Jahre 1590 abgetragen.

(Quelle: Arbeitsgruppe Archäologie im Verein für Eichsfeldische Heimatkunde)

Der Stumpf des 2. Bergfrieds befindet sich auf dem Binnenhof des Schlosses (Kernburg)

 

- Im Januar 2015 wird an einer Wand in unmittelbarer Nähe des Bergfried-Stumpfes ein Zugang vom ehemaligen Bergfried zum Gewölbekeller, der erst in der Zeit zwischen 1580/ 1590 entstanden sein soll, entdeckt. Zu jener Zeit war der Bergfried zwar nicht mehr als solcher vorhanden, aber man konnte vom Gewölbekeller in den Bereich des alten Turmes gehen, der vermutlich nur noch als Keller genutzt wurde. Wann dieser Zugang geschlossen wurde, ist nicht bekannt. Am 2. Februar 2015 wurde der Zugang wieder geöffnet.

Blick vom Gewölbekeller auf die Öffnung zum ehemaligen Bergfried. Im unteren Bereich der Öffnung sind die Buckelquader des Außenrings des Turms gut zu erkennen.

 

- Am 21. Januar 2015 werden die Medien über den derzeitigen Erkenntnisstand der Ausgrabungen und archäologischen Funde vom Bürgermeister der Stadt Leinfelde-Worbis, Gerd Reinhardt, vom Bauhistoriker, Herrn Udo Hopf, und der Architektin, Frau Dr. Anja Löffler, informiert.

Einige der Funde können im Informationsstübchen der Burg Scharfenstein besichtigt werden. Lesen Sie dazu auch den Beitrag der Eichsfelder Allgmeine, vom 22.1.2015.

http://eichsfeld.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/suche/detail/-/specific/Ausgrabungen-auf-Burg-Scharfenstein-bringen-Erstaunliches-zutage-35573116

 

- Im November 2014 wird im Rahmen der Bauarbeiten der Stumpf des Bergfrieds gefunden. Dass es einen Turm gegeben haben muss, wusste man. Aber wann er eventuell zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde, wusste man nicht. Der ehemalige Standort war ungefähr bekannt und bestätigte sich auch. Der Turm sollte wohl der bedeutendste im Eichsfeld werden. Er hatte einen Durchmesser von ca. 10 Metern und mehr als 3 Meter dicke Mauern. Der Turm war aus mächtigen Steinquadern errichtet worden, die sich nur Wohlhabende leisten konnten. Er wurde vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet und sollte ca. 25 Meter hoch werden. Risse im unteren Mauerwerk lassen vermuten, dass der Turm in der geplanten Höhe und in diesem Umfang aufgrund des schlechten Untergrunds nie vollendet wurde.



Endlich gefunden! Der Stumpf des Bergfrieds.



- Im Oktober werden unter dem Pferdestall Reste einer mittelalterlichen Ringmauer aus dem 12. Jahrhundert gefunden. Das bedeutet, dass die Kernburg vormals kleiner war, als sie nach 1431 (durch Brand aufgrund eines Blitzschlags vernichtet) oder nach dem Bauernkrieg wieder aufgebaut wurde. Ebenso aus dem 12. Jahrhundert mögen die Dachziegel stammen, die beim Freilegen der Ringmauer gefunden wurden. Auch die Ringmauer wird baulich so „verarbeitet“, dass sie später zu besichtigen ist.



Die freigelegte alte Ringmauer.



- Bob, der Baumeister?

Ebenfalls im Oktober wurde er gefunden: Juri vom Scharfenstein. Dieser kleine Siebenschläfer samt Familie konnte den Bauarbeiten in „seiner“ Kernburg nichts abgewinnen. Sie fühlten sich gestört und zogen aus. Allerdings viel zu früh, denn Juri (und eventuelle Geschwister) war zu dem Zeitpunkt noch ein Baby. Es ist also nicht Bob, der Baumeister, sondern ein Unglücksrabe, der dennoch Glück im Unglück hatte. Er verbringt seinen Winter in „Päppelhausen“ und wird im Frühjahr wieder in die Nähe seiner Burg ziehen.



Juri vom Scharfenstein in Päppelhausen.



-Ende August werden im Westflügel der Kernburg, unmittelbar unter dem Pferdestall, Fragmente eines Gewölbekellers, vermutlich aus dem Jahr 1532, gefunden. Nach der Zerstörung der Kernburg im Bauernkrieg, 1525, wurde die Burg vom damaligen Eigner Friedrich von Wintzingerode und seiner Frau Anna von Saldern wieder aufgebaut. Zu dieser Zeit muss also auch dieser Gewölbekeller errichtet worden sein. Die Fragmente aus diesem Gewölbekeller werden so gesichert, dass sie später von den Besuchern der Burg gesehen werden können. Für diese Bauarbeiten musste die historische Holzstütze aus dem 16. Jahrhundert geschützt und vorerst entfernt werden. Sie wurde zwischengelagert.Es handelt sich bei diesem Gewölbekeller übrigens nicht um das Gewölbe im Nord-Ost-Flügel der Kernburg, das zum Veranstaltungsraum ausgebaut werden soll.



Links im Bild sind der Eingang und die rechte Außenmauer des Gewölbes zu erkennen.



Ziel der weiteren Arbeiten an der Kernburg (Schloss) – nach der 2011 absolvierten Dachsanierung und Instandsetzung der Fassaden West und Nord des Westflügels sowie der 2012 abgeschlossenen Rohbauinstandsetzung des Westflügels – ist die Schließung der Baulücke mit der Schaffung eines Erschließungsbauwerkes (Treppe mit Personenaufzug).Außerdem soll der Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert, der sich im Ostflügel der Kernburg befindet, ebenfalls restauriert und einer Nutzung als Veranstaltungsraum zugeführt werden.



Fotomontage - Darstellung der Lückenschließung als Visualisierung im Landschaftsbild (Panoramaansicht). Blick von der Wiesenfläche an der Landesstraße zwischen Kreuzebra und Beuren auf die Burg Scharfenstein von Westen mit der Lückenschließung als dreigeschossiger Massivbau unter Flachdach mit Aussichtsterrasse. (Quelle Architektur + Denkmalpflege, Dr. A. Löffler)


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